Judith Randolph tells her story
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Ungebetener Besuch

„Wann haben Sie Ihren Bruder das letzte Mal lebend gesehen?“ fragte er betont laut und signalisierte mir mit der freien Hand zu antworten.

„Gestern früh,“ erklärte ich in ähnlicher Lautstärke, „da hat er geklingelt... er meinte ich hätte wieder einen Albtraum gehabt.“

Ich hielt es für eine gute Idee, mir ebenfalls eine Waffe zu besorgen. Links neben dem Schreibtisch hatte Brian einen Rattanstock aufbewahrt. Er hatte die merkwürdige Angewohnheit, dieses Ding zwischen seinen Fingern recht kunstfertig rotieren zu lassen. Nicht, dass ich das in diesem Maß hätte nachahmen können. Aber ich fühlte mich ein klein wenig sicherer mit einem massiven Holzstock in meiner Hand. Mulders Handzeichen bedeuteten Scully und mir, ihm nicht zu folgen. Scully hob angesichts meiner Waffenwahl eine Braue, aber was sollte ich schon tun? Ich hatte ja keine Pistole. Mulder war weg. Er war auf den Korridor gegangen und die Tür war hinter ihm zugefallen, was durchaus auch Absicht gewesen sein konnte. Typisch Mann, dachte ich. Immer der Besch... Das Poltern unterbrach meinen Gedanken jäh. Möglichkeit eins: Agent Mulder war gestolpert, nichts war passiert bis auf etwas umgefallenes Zeug. Möglichkeit zwei hatte Mulder frontal beim Hals gepackt und drängte ihn nun zurück zu Scully und mir ins Arbeitszimmer.

„Lassen Sie ihn los! Sofort!“ zerriss Scullys Stimme die Luft im Raum.

Ein Stock, ich hatte einen lächerlichen Stock in meiner geballten Faust.

„Die CDs,“ blaffte der Eindringling.“Jetzt!“

Da gab es nur das Problem, dass ich nicht wusste, wo diese CDs waren. Ich machte mehrere Schritte zurück und zog so dummerweise die Aufmerksamkeit auf mich. Dieser Eindringling war gute zwei Meter groß, hatte ein breites Kreuz und wirkte bereits beim ersten flüchtigen Blick so als hätte er erschreckend viel Erfahrung in dem was er da tat. Zumindest ließ er Mulder los.

„Ich hab keine Ahnung!“

Mein Versuch, meine Stimme zu halten und mich vor dem Fremden aufzubauen scheiterte. Ich hatte keinen Stock sondern ein Stück Butter in meiner Hand.

„Vergeuden Sie nicht Ihre eigene Zeit, Miss Randolph. Ich frage Sie zum letzten Mal! Wo sind die CDs, die ihr Bruder angefertigt hat?“

Brian hatte Daten geklaut? Etwas klingelte in meinem Kopf doch es war nicht der richtige Zeitpunkt um großartige Rückschlüsse zu ziehen. Ich sah den Lauf von Scullys Waffe auf den Kopf des Fremden zielen. Er hatte eine unheimlich kräftige Kiefermuskulatur, die seiner Mimik fast lächerliche Härte gab. Er blickte ruckartig in Scullys Waffenlauf, packte mit einer unsichtbaren Bewegung die Pistole und ließ sie zu Boden fallen. Mulder rang indes mit seinem Gleichgewicht, schien aber zu gewinnen.

„Hey, Mister Unterkiefer!“ hörte ich mich selbst rufen.

Ganz blöde Idee.

Ich sah den Stock auf seinen Schädel zu schnellen, was den Unbekannten offenbar so überraschte dass er getroffen von dem Schlag nach hinten taumelte und uns den Weg freigab aus der Wohnung zu fliehen. Scully packte mich beim Arm und hinter uns erklang statisches Rauschen.

„Wir brauchen hier Verstärkung.“

Damit hatte Mulder definitiv Recht.


7.3.08 14:39
 


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