Judith Randolph tells her story
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Hiobsbotschaft

„Ich bin Agent Scully und das ist Agent Mulder, vom FBI.“

„Jesus.“

„Nicht direkt,“ fing Agent Mulder meine Bemerkung (bewundernswert lässig) auf. „Können wir kurz...?“

Ich gab die Tür frei und führte die beiden Bundesagenten in mein Wohnzimmer.

„Was gibt’s denn so wichtiges, dass mir gleich das FBI geschickt wird?“

Agent Scully atmete tief ein und setzte zu einem Satz an, von dem ich das Gefühl hatte, dass sie ihn bereits unzählige Male abgespult hatte.

„Es tut uns Leid Ihnen mitteilen zu müssen dass man Ihren Bruder Brian Randolph vor drei Stunden tot auf dem Hinterhof der Avorton Incorporated aufgefunden hat.“

Ein anderer Brian Randolph, es war bestimmt ein anderer Brian Randolph der zufälligerweise auch für diesen Pharmariesen in Washington D.C. Arbeitete.

„Sie verar... nein tun Sie nicht. Wie? Wann? Warum?“

Meine Pupillen verengten sich. Die beiden Agenten schienen innerhalb von Sekunden Kilometer weit von mir fort gerückt zu sein.

„Allem Anschein nach wurde Ihr Bruder ermordet. Wir sind uns noch nicht über die Motive im Klaren und haben gehofft, dass Sie uns da vielleicht...“

„Ja, klar,“ fiel ich Agent Mulder ins Wort. „Schießen Sie los. Äh, blöd. Haben die ihn erschossen?“

Schießen Sie los. Klar. Super Spruch.

„Nein. Wir können aber erst konkretere Aussagen zur Todesursache machen wenn der Obduktionsbericht fertig ist.“

Danke, Agent Scully. Ich stand irgendwo zwischen mir selbst und einem kleinen hilflosen Mädchen das schreiend im Kreis rennen wollte.

„Hatte Ihr Bruder irgendwelche Feinde?“ setzte Agent Mulder an.

„Nein. Nein, ich meine er war ab und zu ein ziemlicher Besserwisser und ich fand es tierisch nervig wenn er seine Gläser ins Spülbecken gestellt hat, aber das ist doch kein Grund, ich meine... Ich hab keine Ahnung wer das getan haben könnte.“

Meine Hände fühlten sich unendlich schwer an und trotzdem wischte ich mir mit der Rechten über die Stirn. Ich wusste nicht ob ich mit der kalten Hand meine warme Stirn fühlte oder ob ich mit der warmen Stirn meine kalte Hand spürte. War das jetzt das, worüber ich nachdenken sollte?

„Würden Sie uns in die Wohnung Ihres Bruders begleiten?“

„Klar.“

Hatte ich gesessen? War ich aufgestanden? Egal, der Schlüssel. Wir gingen auf den Hausflur und ich bemerkte, wie sinnlos der Schlüssel in meiner Hand wurde als das schwarzgelbe Band meinen Blick streifte. Die Tür war längst offen.

„Wissen Sie, wo Ihr Bruder seine Arbeitsunterlagen verwahrt hat?“ wollte Agent Mulder wissen.

„Im Arbeitszimmer. Er hatte für die wirklich wichtigen Papiere so eine Art Geheimfach...“

Ich unterbrach mich selbst und wollte den beiden Agenten demonstrieren, was ich meinte. Es gab unter Brians Schreibtisch eine Art Schublade unter der Tischplatte. Man musste schon genau wissen wonach man suchte.

„Und eigentlich wären hier jetzt Berichte... und Röntgenbilder... und...“

Mein Blick wanderte ratlos umher und suchte Halt an Scully. Sie schien das hier erwartet zu haben.

„Wer hatte sonst noch Zutritt zu der Wohnung?“ fragte Mulder.

„Niemand, nur Brian und ich und unsere Eltern haben irgendwo in noch einen Wohnungsschlüssel.“

Mulder legte seinen Zeigefinger an die Lippen. War da jemand an der Tür? Offenbar erwartete er niemanden, denn sonst hätte er nicht aufgehorcht. Er zückte seine Waffe und näherte sich der Tür zum Korridor, um besser hören zu können, was vor sich ging.

7.3.08 01:32
 


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